Die Cosmic Challengers sind gestartet und berichten über ihre erste Etappe. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
1. Etappe: Von Füssen nach Imst
Manuela und Rafael: Der Wecker rappelte bereits um 6Uhr (wir hatten ihn extra früh gestellt, sodass wir noch die Möglichkeit hatten etwas liegen zu bleiben), aber dennoch mussten wir einige Zeit später natürlich aus den Federn. Dank unserer Unterkunft auf einem Bauernhof bekamen wir ein richtig gutes Frühstück, sogar mit frischer Kuhmilch.
Danach machten wir uns auf den Weg zum Start/Ziel-Bereich. Rafael bewältigte die 8km kurze Anfahrt per Rad. Leider hatte er das Pech, die letzten 3 Wochen wegen Erkältung und eine (evtl.) Pollenallergie nicht trainieren zu können und so konnte er sich wenigstens vorab schon mal etwas warm und locker fahren. Die anderen beiden fuhren mit dem Auto, mussten aber wegen den Strassensperrungen etwas weiter weg parken. Die Zeit drängte, denn Manuela musste sich noch einen Dauerpark-Ausweis für ihr Auto besorgen. Aber pünktlich zum Startschuss standen wir beide im Startblock A.
Der Startschuss fiel. Vor uns lagen insgesamt 83,76km und 2105hm auf dem Weg nach Füssen. Die Wetteraussichten waren leider nicht sonderlich gut. Bereits am Start hörten wir etwas von der Rennleitung bzgl. „Bei Gewitter steigt ihr bitte alle vom Rad ab und fahrt erst weiter, wenn es vorbei ist!“. Ohweh – dachten wir uns... Die ersten grauen Wolken kündigten sich am Horizont auch bereits an. Aber das Wetter hielt (gottseidank!).
Die ersten Kilometer gingen durch die Innenstadt von Füssen. In der relativ engen Fussgängerzone kam es dadurch vermehrt zu Stau, weshalb wir öfter anhalten mussten. Aber schon kurz drauf hatten wir freie Fahrt und konnten auch das Tempo verschärfen.
Die Beine waren gut und durch die vielen anderen Fahrer konnten wir das Windschattenfahren sehr gut ausnutzen. Dadurch hatten wir nach der ersten Stunde auch einen Schnitt von knapp 26km/h (ok – viel Berg war hier (noch) nicht dabei ;-) ).
Nach knapp einer Stunde mussten wir das Tempo leider etwas rausnehmen; Manuela bekam plötzlich Nasenbluten aber zum Glück legte sich das ganze auch bald wieder und wir konnte unser Anfangstempo wieder aufnehmen. Rafael meist vorne weg und Manuela im Windschatten auf den Flachpassagen; so kamen wir gut voran. All zu viele andere Mixed-Teams sahen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht an uns vorbei ziehen.
Bei der ersten Verpflegungsstelle in Lermoos füllten wir all unsere Flaschen auf – bzw. Rafael – denn während Manuela weiter fuhr verwandelte er sich zum „Wasserträger“, füllte vier Flaschen mit Iso-Getränk und Wasser auf und fuhr dann weiter. So konnten wir etwas Zeit gut machen.
Kurz nach der Verpflegung kam auch schon der erste (und einzig richtige) Berg dieser Tour: es ging hoch zum Marienbergjoch. Knapp 800hm ging es hier am Stück berghoch. Leider hatte Manuela hier nicht mehr all zu gute Beine und wir mussten das Tempo hier etwas zurück nehmen. Das letzte Stück zum „Gipfel“ mussten wir dann (wie so ziemlich jedes Team) aufgrund des lockeren Schotters schieben. Aber kurz später kamen wir dann auch schon auf 1810hm an und wussten, dass es von da an so gut wie nur noch bergab ging.
Die Abfahrt gestaltete sich als eine reine Schotterabfahrt. Leider hatten wir hier einige langsamere Fahrer vor uns und mussten schauen, dass wir uns Stück für Stück vorarbeiten und auch nur vorsichtig überholen. Wir konnten hier noch zu 2 anderen Mixed-Teams aufschliessen mit denen wir gemeinsam auf die letzten flacheren Kilometern nach Imst fuhren.
Das Tempo wurde auf diesen letzten Kilometern nochmals etwas verschärft, aber zu diesem Zeitpunkt meldeten sich (zumindest bei Manuela) ein wenig die Beine; vielleicht hatte sie hier noch mit einigen kleineren Nachwirkungen vom Dolomiti Superbike von letzter Woche zu kämpfen. Aber dennoch kamen wir nach einer Gesamtzeit von 03:56.16 im Ziel an. Dies bedeutete für uns einen 18.Platz in der Mixed-Wertung; ein guter Ausgangspunkt für die weiteren Rennen.
Nun gilt es morgen die nächste Etappe in Angriff zu nehmen. Dort führt uns der Weg von Imst nach Ischgl.
Daniel und Nico: Leider war die Nacht sehr kurz, Rainer (Namen geändert, Anmerkung der Redaktion) unser Zimmerkollege hat noch bis spät in die Nacht seine Umbauaktion durchgezogen. Durch den Umstand, dass wir weder Montageständer noch ausreichend Licht zur Verfügung hatten, verlagerten wir diese Aktion in den Vorraum unseres Zimmers. Und eben dieser Punkt führte zu unzähligen nervigen Fliegen, Mosquitos, Schnacken und anderen Kleinlebewesen die einem den Schlaf raubten.
Nun stehen wir, Nico, nach 3 Jahren, und Daniel, nach 6 Jahren, wieder gemeinsam am Start eines Rennens -und das Dank Nicos C-Lizenz direkt in Startreihe 2 von 1100 Starten. Unglaublich, vor allem mit dem Hintergrund, nur 4 Wochen Vorbereitungstraining in den Beinen zu haben.
Pünktlich um 9.30h fiel der Startschuß bei bedecktem Himmel, der die Angst weckte, im Regen fahren zu müssen. Zum Glück erreichten wir das Ziel vor dem Regen! Der Start verlief sehr hektisch, ständiges Beschleunigen und Abbremsen durch unzählige Hindernisse erschwerten es einem, den Rhythmus zu finden. Nachdem dann der Start offiziell freigegeben wurde, hieß es Feuer frei. Wir mussten uns gegenseitig ständig bremsen, wir waren einfach zu schnell unterwegs. Am Ende der Etappe hatte Nico einen Durschnittspuls von 158 Schläge pro Minute und Daniel 168 Schläge pro Minute bei 4 Stunden Fahrzeit. Wir haben aber keine Vergleichswerte, da wir in der Freizeit von solchen Foltermethoden abgekommen sind ;).
Weiter gings auf größtenteils Schotter mit einigen heftig steilen Rampen und sehr viele Flachstücken, bei denen das Tempo extrem hoch lag und es sich als schwer herausstellte, die „richtige Gruppe“ für unser Tempo zu finden.
Nach Kilometer 50 und der ersten Verpflegungsstation kam das eigentliche Ziel am heutigen Tag – die Mariabergalm. In Anbetracht unseres bisherigen Tempos haben wir aufs kleine Kettenblatt gewechselt, doch schon bald wurde es immer steiler, steiler und nochmal steiler. Im Prinzip befuhren wir die Skipiste – nur nicht im Winter schön im Schnee auf Brettern hinunter sondern im Sommer mit einem Zweirad bergauf.
Die letzten 300 Höhenmeter gaben uns den Rest. Im Roadbock stand die Passage als „Schiebestück“. Optimistisch sagten wir noch, mal schauen ob wir auch tragen müssen.
Als wir die letzte Kehre passierten, meinten wir – es ist geschafft! Nur was sich dann in unser Sichtfeld manifestierte, war dieser unglaublich steile und extreme letzte Teil mit bis zu 21% Steigung.
Wenn man dann noch das ganze Feld schieben sieht, wird einem anders zu Mute. Genau zu diesem Zeitpunkt meldete sich Daniels Magen, der für die lange Schiebepassage außer Gefecht war. Nach 10min Pause und langsamen Besteigen des Berges war der höchste Punkt der heutigen Etappen bezwungen. Und leider sehr viel Zeit verloren auf den letzten Metern. Nun hieß sich für die Abfahrt konzentrieren, welche wiederrum nur aus Schotter bestand, aber viel Spaß machte. Sehr viele kleiner Anlieger in den Kurven, knochentrockener, staubiger Boden machten die Abfahrt wirklich zum Genuss – hoffentlich bleibt das so!
Die letzten 10 Kilometer versuchten wir, die verlorene Zeit aus der „Notrast“ aufzuholen und kamen nach 4:08h auf Platz 158 ins Ziel. Ausbaufähig würden wir sagen, nachdem Daniel mit seinem Magen kurzzeitig Probleme hatte. Und Nicos Hand hält – auch wenn die Abfahrten nicht Vollgas genommen werden können. Wir freuen uns auf morgen und gehen jetzt zurück in die Expo Area der Transalp zur Pasta Party!
































