Die zweite Etappe führt unsere Cosmic Challengers von Imst nach Ischgl. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael: Die zweite Etappe der Transalp 2010 führte uns heute von Imst nach Ischgl. Auf dem Plan standen hierbei insgesamt 76,92km mit insgesamt 3184hm!!! Aber diese Anzahl an Höhenmetern erschreckte uns (zunächst) nicht, da wir von den Rennen in Kirchzarten, Frammersbach und Dolomiti bereits solche Höhenmeteranzahlen gewöhnt sind.
Pünktlich um 9Uhr fiel der Startschuss und wir setzten uns aus dem zweiten Startblock aus in Bewegung. Die ersten Kilometer fingen wie gestern auch bereits neutralisiert an. Somit war das Tempo anfangs noch nicht hoch und das gesamte Teilnehmerfeld hing bis Kilometer 6 noch zusammen. Von der Rennleitung war hier geplant, dass die Neutralisationsphase sehr langsam vonstatten geht, da bei Kilometer 6 ein geschlossener Bahnübergang auf uns wartete, der zunächst noch einen Zug durchlassen musste. Aber alles klappte einwandfrei und wir kamen erst nach dem Zug dort an.
Anschliessend wurde das Rennen auch offiziell eröffnet und das Tempo verschärfte sich ein wenig. Aber nicht lange, denn der erste Berg wartete auch schon direkt im Anschluss auf uns. Hier trafen wir auch noch unsere Teamkollegen des zweiten Cosmic Challenger Teams Nico und Daniel. (Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch nicht ganz ausser Puste, sodass wir sogar noch ein kleines „Schwätzchen“ halten konnten ;-) ) Aber schon bald merkten unsere Beine den Anstieg und wir mussten uns jeweils auf unser eigenes Tempo konzentrieren. An diesem ersten Anstieg trennte sich schon im gesamten Teilnehmerfeld die Spreu vom Weizen, immerhin standen hier auf knapp 10km insgesamt 1200hm Differenz auf dem Programm.
Es ging über Serpentinen und an Kuhweiden entlang (einige Kühe liessen es sich nicht nehmen, die Radfahrer am Streckenrand ohne Weidezaun sogar hautnah zu begrüssen) hoch bis zur Vanetalm. Nach knapp 1,5 Stunde Fahrtzeit waren wir dann endlich hoch oben auf dem Berg angekommen und freuten uns schon riessig auf die sich anschliessende Abfahrt. Diese Abfahrt verlief meist über Schotter, auf der wir wieder einige zuvor verlorene Plätze gut machen konnten.
Unten in Wenns angekommen ging es auch schon direkt wieder in den nächsten Anstieg: in Richtung Pillerhöhe. Auf der Hälfte des Anstiegs erreichten wir dann noch die erste Verpflegungsstation, an der wir all unsere (mittlerweile leeren) Flaschen wieder auffüllen mussten. Zu diesem Zeitpunkt merkte Manuela leider schon etwas wie die Kraft in den Beinen anfing nachzulassen. Aber wir mussten – bzw. wollten J - ja einfach auch auf diesem Berg ankommen und so liessen wir es etwas ruhiger angehen und fuhren weiter.
Nach der Pillerhöhe ging es runter nach Landeck und hier erwartete uns dier erste technisch recht anspruchvolle Passag: Mitten im Wald ging es über zum Teil recht nasses Felsgestein und Wurzeln, die uns – wie auch alle anderen Teilnehmer – an vielen Stellen zum Absteigen zwang. Aber dank unserer super funktionierenden Marzocchi Gabel waren die restlichen fahrbaren Stellen kein Problem und wir konnten trotz der schwierigen Bedingungen sogar einige Plätze gut machen.
Nach diesem Downhill ging es erneut weiter zum nächsten Anstieg und wir dachten uns schon „ohnein, schonwieder ein Berg“. Aber auch hier galt unser Motto „keine Gnade für die Wade“ und wir strampelten eifrig weiter, da wir wussten, dass anschliessend nochmals eine Abfahrt zur Erholung anstand. Diese Abfahrt kam auch – war aber alles andere als eine Erholung. Durch die Regenfälle der letzten Nacht (zum Glück blieb das Wetter wenigstens heute am Tag trocken!) verwandelte sich ein kleiner Bergbach in einen ziemlich reissenden Strom und wir mussten diesen zu Fuss überqueren, bevor wir die dadurch nassgewordenen Füsse wieder auf die Pedale setzen konnten. Aber auch die weitere Abfahrt war technisch nicht ohne und auch hier mussten wir wieder vermehrt vom Rad. Echt schade, denn bei trockenen Bedingungen wäre diese Abfahrt sicherlich sehr gut zu bewältigen gewesen. Leider bekamen wir auf dieser Abfahrt noch einen kleinen „Defekt“... zum Glück allerdings nicht am Bike, sondern es gab einen kleinen Trikot-Reissverschluss-Schaden bei Rafael und er musste die restliche Etappe mit halb offenem Trikot bewältigen, was speziell auf der Abfahrt etwas frisch wurde.
Die letzen Kilometer nach Ischgl kamen uns vor wie eine nie enden wollende Geschichte: Ein ständiges bergauf und bergab, über Schotter, Teer und Wiesen. Durch Wälder hindurch, über Trails. Prinzipiell sehr schön zu fahren. Doch die knapp 2600hm zuvor machten sich so langsam schon bemerkbar. Vor allem Manuela wurde immer müder und Rafael verwandelte sich desöfteren wieder in ein „Zugpferd“, welches seine Teamkollegin schieben und ziehen musste. Aber den anderen Teilnehmern erging es ähnlich und auch hier sah man meist nur Zweier-Grüppchen die sich gegenseitig den Berg hochdrückten (eine kleine Beruhigung für uns).
Nach letztendlich 05:26.34 Stunden Fahrtzeit erreichten wir anschliessend das Ziel in Ischgl und waren total erleichtert, dass die Etappe vorüber ist; war es doch die bislang schwierigste Etappe auf der Transalp (ok, wir geben zu es war erst die zweite, aber immerhin war sie schwieriger als die gestrige ;-) ). In der Mixed-Wertung belegten wir mit dieser Zeit den 23. Rang von insgesamt 68 Mixed-Teams.
Daniel und Nico: Heute standen zum ersten Mal mehr als 3000 Höhenmeter auf dem Programm. Nachdem der gestrige Tag nicht optimal verlief, waren wir beide natürlich gespannt, wie es heute läuft.
Pünktlich zur Startaufstellung um 8Uhr erstrahlte Imst in der Sonne, der Tag versprach gut zu werden – und war er bis zum Schluß. Nach der Platzierung vom Vortrag starteten wir in Block B und gingen das Rennen gelassener an. Nach den ersten flachen Kilometern kam bereits der erste und größte Anstieg, 1300 Höhenmeter am Stück. Der gesamte Anstieg haben wir im Prinzip auf dem kleinen Kettenblatt bewältigt, sowas kennen wir von der schwäbischen Alb nicht.
Für uns waren die Highlights definitiv die Abfahrten, selbst Schottwege üben hier in den Alpen einen gewissen Reiz aus. Da das Fahrtechnikniveau zum Glück (oder leider?) relativ durchwachsen ist in unserem Leistungsfeld, können wir zum Teil pro Abfahrt 20-30 Plätze gut machen. Und das macht verdammt viel Laune, auch wenn wir am nächsten Berg wieder überholt werden. Es scheint wirklich so, dass ein Großteil unheimlich fit ist, aber Fahrtechnik scheint eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Wobei genau das doch Mountainbiken bedeutet, Trails fahren und genießen.
Nach dem 2. Anstieg war es dann soweit – der erste Singletrail der Transalp! Der Boden war noch sehr feucht vom Regen der Nacht und machte ihn noch etwas schwerer. Gespickt mit Wurzeln und unzähligen rutschigen Felskanten verlangte er Fahrtechnik. Leider ist es dann oft schwer im Trail überholen zu können oder nicht im Stau zu stehen.
Nach dem dritten und letzten langen Anstieg kam der nächst Trail, der leider zu Fuß bewältigt werden musste – ansonsten wurde man disqualifiziert. Er war zur Hälfte unfahrbar und mit stark abfallenden Überhängen. Anscheinend wurde nach uns ein Hubschrauber gesichtet, welcher einen mehrere Meter abgestürzten Fahrer bergen musste. Gute Besserung!
Der Tag zog sich in die Länge, die letzten 15 Kilometer nach Ischgl waren teils Singletrail, teils Wiese, teils Rampen – ein ständiges Auf und Ab. Leider haben wir noch einige Plätze verloren, ab einer Fahrzeit von 4 Stunden verlassen uns die Kräfte etwas. Im Ziel waren wir nach 5:18h, das bedeutete Platz 124. Gesamtwertung: 136 Platz. Ausbaufähig J
Nun geht es weiter, Bikes kurz checken, Wäsche waschen und ab zur Pasta Party, damit es dann wieder ins Bett geht. Der Tag vergeht ungemein schnell….
































