Unsere Cosmic Challengers befinden sich mitten in der Transalp-Tour und bestritten gestern die Route Scoul - Livigno. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael:
Die vierte Etappe der Transalp startete für uns heute morgen um 9Uhr in Scuol. Scuol ist für Biker bestens bekannt, da hier jedes Jahr am letzten Augustwochenende der Nationalpark Bike-Marathon stattfindet und diese Strecke eine der schönsten der Schweiz ist. Auch wir kamen in diesen Genuss und durften auf unserer heutigen Etappe den ersten Teil der Bike-Marthon Strecke von Scuol nach Livigno fahren.
Bereits zu Rennbeginn zeigte sich das Wetter erneut von seiner besten Seite und somit verzichteten wir heute sogar einmal darauf unsere Regen bzw. Windjacken mitzunehmen, auch wenn wir wussten, dass der höchste Punkt für uns heute bei 2290hm lag.
Direkt nach dem Start ging es für uns schon in den ersten Berg. Dieser war allerdings wesentlich besser zu fahren, als der erste Anstieg des Vortages, da sich die knapp 1000hm Differenz auf ca. 24km aufteilten. Nach diesen 24km erreichten wir den „Pass da Costainas“ mit seinem sensationellen Alpenpanorama! Hier gab es weit und breit nur Berge und grüne Wiesen, einfach ein fantastischer Ausblick. Aber da wir ja zum Radfahren hergekommen sind, genossen wir diesen Ausblick natürlich nur am Rande ;-) und konzentrierten uns weiter aufs Radfahren.
Wir liessen es heute von Anfang an ein wenig langsamer angehen und mussten daher am ersten Berg auch einige Leute ziehen lassen. Hoch oben nach dem Pass, schloss sich dann aber ein toller Singletrail mit anschliessender Abfahrt an, wo wir wieder einige Plätze gut machen konnten. An der ersten Verpflegungsstation bei Kilometer 33 hielten wir dann kurz an. Bei diesen Temperaturen ist es wichtig viel zu trinken und daher füllten wir unsere Getränkeflaschen immer wieder voll auf. Aber die Getränkeflaschen dienten uns heute nicht nur zum Trinken, sondern vermehr auch zu erfrischenden Abkühlung. Denn sobald eine Flasche leer war, wurde diese im nächsten Bergbach mit Wasser wieder aufgefüllt und wir leerten diese über unseren Köpfen dann wieder aus. Nach der ersten Verpflegungsstation kam auch schon direkt der zweite Berg. Auch hier fuhren wir recht verhalten, um unsere Kräfte noch bis zum Ende zu schonen. Vor allem im Hinblick auf die morgige Etappe (die Königsdistanz!) wollten wir uns heute nicht in Grund und Boden fahren. An diesem Anstieg trafen wir wieder auf viele Teams, die wir auch am ersten Anstieg um uns herum hatten. Diese konnten wir, vor allem auf der anschliessenden Abfahrt – wieder einholen. Allerdings bekam Rafael auf dieser Abfahrt einen platten Reifen und so hiess es für ihn erst einmal einen unfreiwilligen Boxenstopp einzulegen und den Schlauch zu wechseln. Aber dies hatte er in nur kürzester Zeit erledigt.
Nach dieser Abfahrt ging es zum dritten und letzten Berg für heute, hoch zum „Passo Alpisella“. Dieser liegt bei knapp 2290hm und aufgrund des total schönen und warmen Wetter erschreckten wir uns ein wenig als wir sahen, dass wir hier sogar noch einige wenige Meter durch Schnee fahren musste. Rafael schlug direkt eine Schneeballschlacht vor, fand aber bei den Teams die zu diesem Zeitpunkt um uns herum fuhren niemanden der mitmachen wollte ;-)
Bis nach Livigno waren es von da an nur noch knapp 10km, teils über recht beeindruckende Trails an Berghängen entlang (echt nichts für Leute mit Höhenangst) und entlang eines Flusses bis zur Innenstadt von unserem heutigen Etappenort.
Für die heutige Etappe mit 73,91km und 2377hm brauchten wir insgesamt 05:03.46 Stunden. Dies bedeutete für uns den 33. Platz in der Mixed-Kategorie. In der Gesamtwertung liegen wir derzeit auf Platz 26, d.h. wir dürfen morgen erneut aus dem zweiten Startblock starten. Dann erwartet uns die Königsetappe der diesjährigen Transalp, an der wir insgesamt 106,87km und 3461hm bewältigen müssen. Aber da wir uns heute eine (wohlverdiente) Massage gönnen durften, sehen wir der morgigen Etappe sehr zuversichtlich entgegen.
Daniel und Nico:
Wir melden uns aus dem Press Office in Livigno und wollen noch vor der Pasta Party, die gestern im Übrigen grandios war, unsere Bilder zur Etappe zeigen. Neben uns steht gerade Hans Rey…
Dieser „Shuttleservice“ fährt dann jede Stunde, somit mussten wir bis 7.15h fertig sein. Leider konnten wir dann das traumhafte Frühstück nicht in vollen Zügen genießen, die Aussicht war gigantisch in der Morgensonne.
Bisher waren wir immer zu spät an der Startaufstellung, dies änderte sich heute. Dafür darf man dann 60min stehen und warten.
Aber dann ging es endlich los, in die bisher schönste Etappe dieser Transalp. In Anbetracht der morgigen Königsetappe gingen wir es ruhig an, aber selbst wenn wir gewollt hätten, es würde nicht schneller gehen. Unser Durchschnittspuls ist von der ersten Etappe von 170 Schläge pro Minute auf mittlerweile knapp 150 Schläge pro Minute gesunken. Wir haben einfach nicht mehr genug Kraft in den Beinen, um das Tempo hoch halten zu können.
Bei 37°C und Sonne pur genossen wir wohl einen der schönsten Bikespots in den Alpen, ein wundervoller Singletrail mit viel Flow und teilweise direkt am Abgrund, ein absoluter Traum für jeden Biker. Die Etappe hatte eher flache Steigungen und viele Flachstücke – was uns eher weniger liegt bzw. den anderen Teams besser. Nach 4:30h kamen wir auf dem 109. Platz ins Ziel, es scheint als pendelt sich diese Platzierung bei uns ein. Leider konnte man sich heute aber nicht wirklich erholen, die Beine sind platt. Einfach leer, kein Druck mehr. Und morgen stehen 3500 Höhenmeter und 107km an… unser einzigstes Dopingmittel wird heute die Pasta Party sein und Pferdesalbe. Vielleicht hilfts, drückt uns die Daumen, dass wir die morgige Etappe überstehen.
































