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24. Juli 2010 Cosmic Sports Challengers Tagebuch: Die siebte Etappe von Malè nach Madonna di Campiglio

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Auf der Etappe von Malè nach Madonna di Campiglio wird es noch einmal kurz und knackig. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.

Manuela und Rafael:

Die vorletzte Etappe der Transalp von Malè nach Madonna di Campiglio wurde heute nochmal richtig hart. Auf dem Plan standen zwar nur 47,73km aber mit insgesamt 2321hm trotzdem nicht zu unterschätzen. Im ersten Moment klingt es nicht so schlimm, nach sechs Tagen Transalp wurde es allerdings zur richtigen „Quälerei“ – vor allem Manuela hatte heute kaum mehr Kraft und hoffte nur noch, dass die Etappe schnell vorüber geht.
Bereits im Startblock war Manuela heute fast eingeschlafen. Nach 6 Renntagen in Folge schwinden so langsam doch die Kräfte. Vor allem da sie in den letzten sechs Wochen insgesamt 14 Wettkämpfe bestritten hatte, wurde sie mittlerweile richtig müde. Dies wurde auch direkt am ersten Anstieg schon klar, als wir immer mehr andere Teams ziehen lassen mussten. Rafael war zwar fit, aber Manuela dachte sie kommt nicht vorwärts. Rafael musste daher schon von Beginn an etwas „Schiebe- und Zieharbeit“ leisten, damit wir zumindest noch nicht direkt am ersten Anstieg ganz nach hinten fallen.
Nach ca. 7km kamen wir dann erst einmal – wie so fast jeden Tag – in einen gehörigen Stau, da einige Radfahrer vor uns vom Rad abstiegen und dies eine Kettenreaktion auslöste, sodass auch die folgenden Biker absteigen mussten. Knapp 1km weiter war der erste Anstieg geschafft und von da an ging es erst einmal kurz bergab. Diese Abfahrt liess aber leider kein flüssiges Fahren zu, da auch hier immer wieder einige Fahrer mit dem trockenen und staubigen Untergrund nicht zurecht kamen, das Feld abbremsten und damit auch alle folgenden Fahrer zum Absteigen zwangen.
Im weiteren Rennverlauf folgte eigentlich nur noch ein ziemlich langer Berg bis 35km. Dieser war zwischenzeitlich von einigen kleineren Abfahrten unterbrochen, aber es ging immer weiter hinauf, bis zum höchsten Punkt bei 2147 Höhenmetern.
Dieser Anstieg, wie auch die folgende Abfahrt, wurde für uns allerdings fast zur Hölle. Der mittlerweile einsetzende Regen mit Hagel durchweichte uns völlig und uns wurde es immer kälter. Leider konnte Manuela immer noch nicht schneller fahren, was sie auch an ihrem Puls spürte, da dieser schon kaum mehr an die 130 Schläge gelangen wollte.  Auch der Boden wurde durch die Regenfälle komplett vermatscht und es wurde somit technisch auch immer schwieriger ohne abzusteigen über die Strecke zu kommen. Riessen grosse Wasserpfützen und schlammige Wiesen nahmen somit auch immer mehr und mehr den heutigen Fahrspass. Wir waren wirklich froh, als wir am Ende im Ziel ankamen. Aufgrund der schlechten Bedingungen heute war es ein eher weniger gelungenes Rennen und wir brauchten für diese Strecke mit 05:03 Stunden Fahrtzeit nun auch leider wesentlich länger, als wir normalerweise brauchen würden. Rafael wäre gewiss schneller durchgekommen, aber leider hatte Manuela keinen guten Tag erwischt. In der Gesamtplatzierung stehen wir nach der siebten Etappe damit nun auf Rang 26 und können morgen ein letztes mal vom zweiten Startblock B aus ins letzte Rennen nach Riva starten.
Auf dieser Etappe kam somit alles zusammen, was ein Mountainbike-Rennen nur bieten kann: Eine mega Hitze am ersten Teeranstieg, Staub ohne Ende in der ersten Abfahrt, Wetterumschwung mit Regen und Hagel auf dem Hauptanstieg zum höchsten Punkt des Rennens und Wind, Nässe und Matschpfützen auf dem letzten Teilstück.

Daniel und Nico:

Leider haben wir heute keine Bilder von unterwegs gemacht, dafür gibt es zwei Gründe: Zum Einen waren wir zu gut unterwegs und zum Anderen ging spielte heute das Wetter nicht mit.
Die heutige Etappe ist die kürzeste Etappe der diesjährigen Transalp 2010. Allerdings ging es fast nur bergauf und die Anstiege waren extrem steil mit einige Laufpassagen.
Für uns war das der Tag der Wahrheit: Die Strecke war kurz genug, um von Anfang an alles zu geben, in der Hoffnung, die Kraft reicht bis zum Ziel.
Daher starteten wir direkt durch: Der erste Berg nach dem Start war unsere Hoffnung, vor den großen Massen in den darauffolgenden Trail inkl. Abfahrt zu kommen. Der Plan ging auf, wir überholten nonstop andere Teilnehmer und platzierten uns im Startblock B. Der Pulsbereich war zwischen 170-180 und sind kräftetechnisch am Limit gefahren. Nach dem ersten Anstieg inkl. Abfahrt folgte eine Verbindungsstrecke auf Asphalt zum nächsten Berg. Leider hatten wir keine Gruppe die uns half, trotz animieren „lutschen“ die Gegner im Windschatten. Da wir aber heute alles auf eine Karte setzten versuchten wir, dass Tempo hochzuhalten. Außerdem pokerten wir, die 1. Verpflegungsstation sah uns nur vorbeifahren. Ohne Helfer und Betreuer verlieren wir einfach zu viel Zeit beim Auffüllen der Flaschen und Essen fassen.
Nun kam aber der Hammer, der letzte Anstieg, aufgeteilt in 3 Abschnitte mit teilweise extremen Steigungen, die wohl einige schieben mussten. Wir merkten langsam aber sicher, dass wir so weit vorn bisher noch nie gewesen waren. An der Verpflegungsstation wurde uns essen und trinken gereicht, anders als die Etappen vorher, wo wir schauen mussten, überhaupt irgendwas zwischen die Finger zu bekommen. Da freut man sich von netten Damen bedient zu werden! Die erste Rampe holten wir noch einige Plätze auf, bis dann die Steigungen uns aufstellten. Teilweise so steil, dass man voll konzentriert versuchten musste, nicht vom Rad zu kippen. Die zweite Rampe war dann mit unfahrbaren Treppentrails versehen – laufen bzw. rennen war angesagt. Eigentlich nicht unser Ding, aber die Motivation war so hoch, selbst das lief heute gut. Nach der zweiten Rampe waren wir uns nicht mehr sicher wo wir uns befanden. Wir haben auf unserem Lenker jeden Tag das Höhenprofil der Etappe aufgeklebt, leider immer zu klein. Aber zumindest weiß man dann, was einen noch erwartet. Doch wenn man nicht weiß, wo man sich gerade befindet, nutzt das nicht. Eigentlich waren wir schon bereit für die Abfahrt, dann kam Rampe Nr. 3. Wieder extrem steil, wieder extrem heftig und trotzdem ging es einigermaßen vorwärts. Kurz vor dem Gipfel wollten wir noch ein Bild machen, da wir durch den sehr schnellen Rennverlauf nicht dazu kamen. Genau in diesem Moment öffnete sich der Himmel und Dauerregen mit Graupel war angesagt.
Die Alarmglocken läuteten, die neu gekaufte Kamera musste wasserdicht verstaut werden. Kein leichtes Unterfangen wenn ein Wolkenbruch niedergeht, dass Trikot zugemacht werden muss, Brille am Lenker hängt und man sich schon in der Abfahrt befindet.
Die Abfahrt war eine Highspeed Schotterabfahrt – wieder machten wir einige Plätze gut. An dieser Stelle muss Kritik an der Organisation geübt werden: Es kamen in dieser Abfahrt insgesamt vier große LKW-Betonmischer entgegen. Einfach krass wenn man am Limit fährt, es in Strömen regnet, man durchs Überholen nie auf der Ideallinie ist und in jedem Moment mit einem LKW rechnen muss. Sowas darf nicht sein! Es folgten noch weitere kurze Singletrails durch moorastigen Boden und Wurzeln – der Regen machte es noch schwerer. Aber dadurch konnten wir zumindest mehr aufholen und erreichten nach einem Sprint durch Madonna di Campiglio nach 3:20h das Ziel. Das entspricht Platz 47 nach 2320 Höhenmeter, wir sind überglücklich und freuen uns riesig. Damit sollten die Top100 in der Gesamtwertung endlich erreicht sein!

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